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Thieme Gesundheitsökonomie Report

3 Thieme Gesundheitsökonomie Report Editorial Inhalt 1/2010 Diabetes mellitus betrifft hier zu Lande etwa 7 Millionen Menschen und zählt da- mit zu den häufigsten, aufwendigsten und teuersten chronischen Erkrankungen in Deutschland. In den großen Diabetesstudien der letzten Jahre wurde gezeigt, dass durch eine konsequente Diabetesbehandlung die Morbidität und Mortalität von Patienten mit Typ-2-Diabetes gesenkt werden kann. Dieses Ziel lässt sich je- doch nur bei hoher Patientenzufriedenheit und Therapietreue erreichen. Beson- ders relevant für Arzt und Patient ist in diesem Zusammenhang die Vermeidung von Hypoglykämien – für den Arzt, weil er daran die Qualität der Diabetesthera- pie erkennt, und für den Patienten, weil er damit angstfreier lebt. Selbst leichte Hypoglykämien sind bereits gefährlich, weil sie zu Hypoglykämiewahrneh- mungsstörungen führen und damit den Weg für schwerwiegende Unterzucke- rungen ebnen, die dann nicht selten lebensbedrohlich sind. Weil Insulin glargin das Risiko der Unterzuckerung nachweislich verringert, hat es im Vergleich zu Humaninsulin einen deutlichen Zusatznutzen für den Patienten. In den aktuellen evidenzbasierten Behandlungsleitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft zur Therapie des Typ-2-Diabetes wird der unverzügliche Beginn der Insulintherapie bereits bei einer Verfehlung des HbA1c-Therapieziels von < 7,5% unter einer Kombination aus nicht medikamentösen Maßnahmen und Metfor- min empfohlen. Dabei spielen die Basalinsuline – NPH-Insulin und moderne In- sulinanaloga wie Insulin glargin – eine zentrale Rolle. Bei der Auswahl der Insu- lintherapie sind neben individuellen Kriterien wie Therapieziel, Alter und per- sönlichen Lebensumständen natürlich auch ökonomische Aspekte zu berücksich- tigen. Die hierbei vor allem geübte Fokussierung auf den „Preis je Einheit Insulin“ oder die bloßen Tagestherapiekosten für ein bestimmtes Medikament greifen aber eindeutig zu kurz: In eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Analyse müssen des- halb neben den klinischen Aspekten wie Wirksamkeit, Sicherheit und Durchführ- barkeit der Therapie auch die ergebnisrelevanten Behandlungskosten einfließen. Die klinischen Vorteile der Basalinsulin-Therapie mit Insulin glargin haben sich seit nunmehr fast 10 Jahren in der Praxis bewährt und sind weithin anerkannt. Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit der Glargin-Therapie geben umfangreiche pharmakoökonomische Studien, die in den vergangenen 3 Jahren durchgeführt wurden. Ihre wichtigsten Ergebnisse, aber auch Einblicke in die Untersuchungs- methoden, werden hier vorgestellt. Die Lektüre bietet eine neue, für den Arzt eher ungewohnte Sichtweise auf den Vergleich von Diabetestherapien, darüber hinaus aber auch eine Orientierung und zusätzliche Entscheidungshilfe im kli- nischen und gesundheitspolitischen Alltag. Eine wünschenswerte Konsequenz aus den hier vorgelegten Daten wäre, den Herstellern und Kostenträgern die Ver- antwortung für den wirtschaftlichen Einsatz von Medikamenten zu übertragen und damit die Ärzte von den finanziellen Zwängen bei der Verordnung von Arz- neimitteln zu befreien, sodass sie sich wieder verstärkt ihren eigentlichen Auf- gaben – der Therapie und Versorgung ihrer Patienten – widmen können. Prof. Dr. Oliver Schöffski, MPH Prof. Dr. med. Martin Pfohl Diabetes mellitus 5 Vergleichende Kostenanalysen zur Wirtschaftlichkeit von Insulin glargin in der Therapie des Typ-2-Diabetes 8 LIVE‑KK1-Studie 10 LIVE‑SPP‑Studie 12 LIVE‑DE‑Studie 14 LIVE‑GERI-Studie 16 LIVE‑KK2-Studie 18 LIVE‑COM‑Studie 20 RCT‑basierte Modellierung auf Basis der Studie von Rosenstock et al. 22 RCT‑basierte Modellierung auf Basis der Studie von Hollander et al. 24 RCT‑basierte Modellierung auf Basis der LAPTOP‑Studie 27 RCT‑basierte Modellierung auf Basis der APOLLO‑Studie 30 Untersuchung zur Verweildauer unter einer BOT mit Insulin glargin im Vergleich zu einer Kombinationsthe- rapie aus NPH‑Insulin und oralen Antidiabetika 32 Zusammenfassende Bewertung der Wirtschaftlichkeit von Insulin glargin 35 Analysen zur Wirtschaftlichkeit der Therapie mit Insulin glargin bilden alle Facetten der Versorgung von Typ-2- Diabetikern in Deutschland ab 39 Stellenwert von Insulin glargin in der Therapie des Typ-2-Diabetes 43 Methodische Überlegungen zur Be- wertung ökonomischer Ergebnisse auf der Basis von Beobachtungsstudien 46 Bedeutung innovativer Kooperations- verträge zwischen Krankenkassen und Arzneimittelherstellern Editorial/Inhalt Editorial Thieme Gesundheitsökonomie Report 2010; 1: 1–46

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