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Ihre Leseprobe: DHZ Deutsche Heilpraktiker Zeitschrift

Diagnose kompakt. DHZ – Deutsche Heilpraktiker Zeitschrift, 2014; 1: 23–24 24 DHZ PRAXIS Diagnose kompakt Wie palpiert man Lymphknoten? Die Lymphknoten des Halses, über dem Schlüsselbein, der Axilla und der Leiste lassen sich gut palpieren. Man tastet sie nachein- ander im Seitenvergleich mit kreisförmigen Bewegungen der Kuppen von Zeige-, Mittel-, Ring- und Kleinfinger ab. Zu befun- den ist nach folgenden Kriterien: Größe: Ragt die Schwellung eines Lymphknotens über ca. 1 cm hinaus? Das kann Zeichen für eine Erkrankung sein. Bei den Lymphknoten über dem Schlüsselbein sind auch Schwellun- gen unter 1 cm diagnostisch abzuklären. Dolenz: Hat der Patient Schmerzen bei der Palpation? Druck- schmerzhaft sind vor allem Lymphknotenschwellungen bei bakteriellen oder viralen Infektionen. Metastatisch befallene Lymphknoten und maligne Lymphome sind meist indolent. Konsistenz: Sind die Lymphknoten hart oder weich? Lassen sich die Lymphknoten einer Region einzeln abtasten? Harte und verbackene (einzelne Lymphknoten einer Lymphstation sind nicht abgrenzbar) Lymphknotenschwellungen sind häu- fig Indiz für eine bösartigen Erkrankung, z. B. Brustkrebs. Wei- che Lymphknoten findet man vor allem bei bakteriellen oder viralen Infektionen. Bei chronischem Verlauf der Infektion können sie jedoch verbacken und sich derb anfühlen. Verschiebbarkeit: Sind die Lymphknoten gegen das umliegen- de Gewebe verschiebbar? Wenn ja, ist eine bösartige Erkran- kung eher unwahrscheinlich. Für Lymphknotenstationen, die man nicht palpieren kann, z. B. Darmlymphknoten, eignen sich bildgebende Verfahren, z. B. Ul- traschalluntersuchung, MRT, CT. Zur Befundeingrenzung stehen labordiagnostisch zur Verfügung: Differenzialblutbild, BSG, CRP, serologische Untersuchung. Lokal oder generalisiert? Lokalisierte Lymphknotenschwellungen – nur eine Lymphkno- tenregion ist betroffen – findet man häufig bei Infektionen der Haut und des Nasen-Rachen-Raumes, z. B. geschwollene Hals- lymphknoten bei Angina tonsillaris und Leistenlymphknoten bei einem Erysipel. Merke: Infektiöse Lymphknotenschwellungen sind meist druckschmerzhaft, weich und verschiebbar. Bei abwei- chendem Befund ist an maligne Erkrankungen zu denken. Ist die Lymphknotenschwellung generalisiert – betrifft also min- destens zwei Lymphnotenregionen – sollten Sie an systemische Infektionen denken, z. B. HIV, Tuberkulose, Mononukleose, Toxo- plasmose. Symptome wie Fieber, Müdigkeit und eine Milzvergrö- ßerung (Splenomegalie) sind weitere Anzeichen dafür. Generali- sierte Lymphknotenschwellungen treten auch bei Systemerkran- kungen auf, z. B. Kollagenose, Sarkoidose, chronische Polyarthri- tis. Auch hier ist die Milz meist vergrößert. Splenomegalie als Symptom Hat Ihr Patient geschwollene Lymphknoten, sollten Sie zur Diffe- renzialdiagnose auch immer die Milz palpieren (Tabelle). Dabei ist der Patient in Rückenlage. Sie stehen rechts von ihm und grei- fen mit der linken Hand den linken unteren Rippenrand und zie- hen ihn leicht nach oben. Während der Patient tief einatmet, pal- pieren Sie mittig unterhalb des Rippenbogens. Eine gesunde Milz ist vollständig unter dem Rippenbogen ver- borgen und nicht zu palpieren. Ist sie dagegen unter dem Rippen- bogen tastbar, liegt eine pathologische Milzvergrößerung vor. Eine ärztliche Untersuchung, inkl. Sonografie (zur genauen Be- stimmung des Umfangs der Vergrößerung) sowie Differenzial- blutbild und Erhebung weiterer Blutwerte (z. B. BSG, GOT), dient der weiteren Abklärung. Dieser Artikel ist online zu finden: http://dx.doi.org/10.1055/s-0034-1371485 MILZ Differenzialdiagnose leichte Vergrößerung mäßige Vergrößerung ausgesprochene Vergrößerung enorme Vergrößerung Infektionen (z. B. Mononukle- ose, HIV), hämolytische Anä- mie, akute Leukämie, Leber- zirrhose, kardiale Stauung, rheumatische Erkrankungen Infektionen (z. B. Mononuk- leose, HIV), portale Stau- ungsmilz, hämolytische Anämie, malignes Lymphom (einschließlich CLL: chroni- sche lymphatische Leukä- mie) CML: chronisch myeloische Leukämie, Haarzellleukämie, Polyzythämie, hämolytische Anämie, Speicherkrankheiten (außer Morbus Gaucher) CML, Myelofibrose, Milzzyste, Morbus Gaucher

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