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I care Pflege

Pflege bei Erkrankungen des Hormonsystems, Stoffwechselstörungen und ernährungsbedingten Erkrankungen58 1068 58.1  Bedeutung für den ­Patienten Der menschliche Organismus ist ein hochspezialisiertes Sys- tem, in dem tausende Prozesse zeitgleich und fein aufeinan- der abgestimmt ablaufen müssen. Bewegungssystem, Ner- vensystem und Stoffwechsel z. B. müssen bestens mitein­ ander vernetzt sein, um schnell und effektiv aufeinander reagieren und optimal arbeiten zu können. Dieses hochsen- sible Zusammenspiel reguliert u. a. das endokrine System, indem es durch Sekretion chemischer Botenstoffe, der Hor- mone, diese Prozesse steuert. Schon kleinste Veränderungen in diesem Regelsystem können weitreichende Folgen für den Organismus bedeuten, da gleich mehrere Zielorgane mitbe- troffen sind. So beeinflussen z. B. die Hormone der Hypophyse das Wachstum, die Fortpflanzung und den Stoffwechsel des Menschen. Pathologische Veränderungen können hier zu Wachstumsstörungen, Unfruchtbarkeit oder zu einem Dia- betes insipidus centralis führen. Darüber hinaus wirken sich Veränderungen von Hunger, Durst, Schlaf, Sexualität oder Stimmung durch hormonelle Erkrankungen natürlich auch auf die Psyche des Patienten aus. Fehlt ein Hormon, hat das weitreichende Folgen. Das hormonelle Regelsystem ist also sehr komplex und Stö- rungen führen leicht zu vielfältigen Symptomen. Sie umfas- sen schnell alle Lebensbereiche und beeinträchtigen massiv die Lebensqualität. Es kann zu lebensbedrohlichen Krisen bis hin zu komatösen Zuständen kommen, d. h. auch die existenziellen Belastungen sind unter Umständen sehr hoch. Ähnlich ist es bei Stoffwechselerkrankungen wie dem Diabetes mellitus oder ernährungsbedingten Erkrankun- gen wie der Adipositas. Sie treten immer häufiger in den industrialisierten Ländern auf und beeinflussen massiv die Lebensqualität der Betroffenen. Die Patienten müssen nicht nur mit Langzeitschäden und Funktionsstörungen an ver- schiedenen Organen rechnen (Augen, Nieren, Herz und Blut- gefäßen), sondern häufig auch Einschränkungen in ihrem sozialen Leben und ihren Beruf hinnehmen. Darum ist es wichtig, dass Pflegende bei der Pflege dieser Patienten nicht nur die medizinische, sondern auch die psy- chischen, sozialen und existenziellen Komponenten dieser Erkrankungen mit berücksichtigen. Denn für die Patienten bedeutet eine solche Diagnose meist auch eine dauerhaf- te Veränderung bzw. Umorientierung in ihrem Leben und i. d. R. sind auch die Angehörigen mitbetroffen. 58.2  Auffrischer Anatomie und Physiologie Die Bildung der meisten Hormone wird durch die sog. Hy­ pothalamus-Hypophysen-Achse reguliert. Der Hypothala- mus ist dabei die wichtigste Kontrollstation der Hormon­ ausschüttung und die Schnittstelle zwischen Nerven- und Hormonsystem. Der Hypothalamus sendet zunächst Relea­ sing-Hormone an die Hypophyse. Diese schüttet daraufhin Pflege bei Erkrankungen des Hormonsystems, Stoffwechselstörungen und ernährungsbedingten Erkrankungen 58

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