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I care Pflege

Stoffwechselstörungen: Diabetes mellitus 1089 Wissen to go Diabetes mellitus – Hypoglykämie Der Blutzucker kann auf unter 50 mg/dl fallen. Ursachen sind häufig Dosierungsfehler, falsche BE-Berechnungen, ausgelassene Mahlzeiten, Sport oder Alkohol. Erste Sym- ptome sind Schwitzen, Herzrasen und Zittern. Später kön- nen Kopfschmerzen, Müdigkeit, Seh- und Sprachstörun- gen, Angst, Unruhe und Lähmungen auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zum Krampfanfall mit Be- wusstlosigkeit und ggf. zum Koma kommen. Der Zustand ist lebensbedrohlich! Bei den entsprechenden Anzeichen sollten daher sofort Kohlenhydrate gegeben werden (Li- monade, Traubenzucker). Als Prinzip gilt: Erst essen, dann messen. Bei Bewusst- losigkeit sofort den Arzt informieren. Umgehend muss Glukoselösung und ggf. Glukagon verabreicht werden. An- schließend sollte der Patient kohlenhydratreich essen. Ernährung bei Diabetes Bis vor Kurzem gab es sehr strenge Regeln für die Ernährung von Menschen mit Diabetes. Da man erkannt hat, dass die Stoffwechsellage dadurch nicht verbessert wird, wurden ei- nige Regeln gelockert. Spezielle Diabetikerlebensmittel wur- den sogar verboten, da diese zum einem recht teuer waren und zum anderen teilweise mehr Kalorien hatten als norma- le Kost. Auch „Diät“- und „Light“-Produkte haben zum Teil mehr Kalorien. Empfohlen wird heute eine gesunde Misch- kost mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Die Ernährungsberatung erfolgt i. d. R. durch einen Dia- betesberater. Je nach Diabetes-Typ und Diabetes-Therapie erstellt er nach einer ausführlichen Ernährungsanamnese zusammen mit dem Patienten einen individuellen Kostplan. Therapie mit oralen Antidiabetika • Bei übergewichtigen Pa- tienten mit Typ-2-Diabetes, die mit oralen Antidiabetika behandelt werden, stehen eine Gewichtsreduktion und eine langfristige Ernährungsumstellung im Vordergrund. Betrof- fene sollten zunächst das Gewicht um ca. 1 kg im Monat re- duzieren. Dadurch werden Stoffwechsellage, Blutdruck und Blutfettwerte verbessert. Darüber hinaus kann langfristig nur eine Ernährungsumstellung zu einer gesunden Ernäh- rung mit weniger Kalorien die Diabetes-Therapie unterstüt- zen. Generell müssen die Patienten die Kohlenhydrate in ihrer Nahrung nicht berechnen. Sie sollten aber die unter- schiedliche Blutzuckerwirksamkeit der verschiedenen Koh- lenhydrate kennen und in ihrer Ernährung berücksichtigen. Konventionelle Insulintherapie • Anders sieht es aus bei ei- ner Insulintherapie. Bei einer festgelegten Insulindosis ist es wichtig, eine ausreichende Menge an Kohlenhydraten zu sich zu nehmen, um eine Hypoglykämie zu verhindern. Die- se Patienten müssen über die verschiedenen Kohlenhydrate und deren Berechnung Bescheid wissen. Bei älteren Patien- ten empfiehlt es sich, genaue Tageskostpläne zu erstellen, um eine ausreichende Kohlenhydratmenge über den Tag verteilt sicherzustellen. Intensivierte Insulintherapie • Diese Patienten berechnen die Insulindosis zu den Mahlzeiten anhand der Kohlenhydrat- menge und des gemessenen Blutzuckerwerts. Sie müssen lernen, bei jeder Mahlzeit die Kohlenhydrate richtig zu be- rechnen und zwischen schnell und langsam resorbierbaren Kohlenhydraten zu unterscheiden. Kohlenhydrate Kohlenhydrate werden in BE (Broteinheiten, Berechnungs- einheiten) bzw. KE (Kohlenhydrateinheiten) gerechnet. 1 BE enthält ca. 12 g Kohlenhydrate, eine KE etwa 10 g Kohlen- hydrate. Der Kohlenhydratanteil der verschiedenen Lebens- mittel ist unterschiedlich. Zur besseren Orientierung gibt es Tabellen zur Berechnung. Zumindest am Anfang sollte der Patient jedes Lebensmittel wiegen, um die BE möglichst ge- nau zu berechnen. Spezielle Diätwaagen zeigen den Nähr- wert gängiger Lebensmittel an, darunter auch die Menge an Kohlenhydraten. Nach einiger Zeit sind viele Patienten so geübt, dass sie den BE-Gehalt einzelner Nahrungsmittel ziemlich genau abschätzen können. Schnell und langsam resorbierbare Kohlenhydrate • Weiterhin ist es wichtig, zwischen schnell und langsam resorbierbaren Kohlenhydraten zu unterscheiden, denn verschiedene Koh- lenhydrate lassen den Blutzucker unterschiedlich stark an- steigen. Vollkornprodukte bestehen z. B. aus relativ komplex aufgebauten Zuckern (Polysacchariden), die langsam resor- biert (aufgenommen) werden und deswegen zu einem lang- samen Blutzuckeranstieg führen. Sie sollten einen Großteil der Nahrung ausmachen. Süßigkeiten, Kekse oder Eis beste- hen aus einfachen Zuckern (Di- und Monosaccharide), die schnell resorbiert werden und zu einem schnellen Blutzu- ckeranstieg führen. Sie sollten wenig gegessen werden. Merken  Süßigkeiten erlaubt Süßigkeiten sind aber durchaus erlaubt, hier macht die Dosis das Gift. Ein Riegel Schokolade oder ein Eis dürfen gegessen werden, zu speziellen Anlässen auch Kuchen und Torten. Der Genuss sollte bei der Ernährung nie vergessen werden. Gerade auch bei älteren Patienten steht die Lebensqualität im Vordergrund. Der früher in der Diabetestherapie verwendete Fruchtzu- cker (Fruktose) gilt mittlerweile als Dickmacher und wird nicht mehr empfohlen. Haushaltszucker in geringen Men- gen ist erlaubt. Er sollte aber gut verpackt sein, also zusam- men mit Fett oder Eiweiß verzehrt werden, da die Glukose dann langsamer ins Blut gelangt. Glykämischer Index = GLYX • Gebräuchlich ist auch die Eintei- lung der Kohlenhydrate nach ihrem glykämischen Index. Je langsamer die Kohlenhydrate verdaut werden und ins Blut gelangen, desto niedriger ist der GLYX. Als Referenz zum gly- kämischen Index gilt Glukose mit einem Wert von 100. Hat ein Nahrungsmittel z. B. einen GLYX von 50, bedeutet das, dass es den Blutzuckeranstieg nur halb so schnell ansteigen lässt wie Glukose. Je niedriger der GLYX, desto langsamer der Blutzuckeranstieg. Getränke • Auf stark zuckerhaltige Getränke und unverdünn- te Fruchtsäfte sollte verzichtet werden. Unbedenklich ge- trunken werden kann Wasser, Tee und Kaffee mit Süßstof- fen. Fruchtsäfte sollten stark verdünnt werden und Limona- den und Cola mit Süßstoff gesüßt sein. Durch eine größere Menge Alkohol wird die Glukoseneubildung in der Leber blockiert, dadurch besteht die Gefahr der Unterzuckerung. Alkohol sollte deswegen nur in Maßen getrunken werden.

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