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I care Pflege

Stoffwechselstörungen: Diabetes mellitus 1087 Wissen to go Diabetes mellitus – Insulin injizieren Insulin wird i. d. R. subkutan mit einem Insulin-PEN oder einer Insulinspritze injiziert. Es ist in den Konzentrationen 40 IE/ml und 100 IE/ml erhältlich. Bei Spritzen muss un- bedingt die zur Konzentration passende Spritze verwendet werden. Zum Vorgehen: ●● Vorrat im Kühlschrank lagern. Bei Gebrauch 4 Wochen bei Zimmertemperatur haltbar. ●● Einstichstellen: Bauch, Oberschenkel oder Gesäß; kurzwirksames Insulin in den Bauch und langwirksames in den Oberschenkel injizieren. Einstichstellen regelmä- ßig wechseln und niemals in Wunden oder Blutergüsse spritzen. ●● Durchführung: Hände waschen, im klinischen Bereich Haut desinfizieren und Handschuhe anziehen. Verabrei- chung mittels Insulinspritze ist im Kapitel Injektionen beschrieben (S. 460). Beim PEN Schutzkappe entfernen, Kanüle aufschrauben, 2–4 IE am Drehrad einstellen, PEN nach oben halten und Dosierknopf drücken. Tritt Insulin aus, verordnete Insulinmenge einstellen. Hautfalte bilden und PEN senkrecht in die Haut stechen. Dosierknopf drü- cken, ca. 10 Sekunden warten und PEN entfernen. Akute Hyperglykämie Definition  Hyperglykämie Die akute Hyperglykämie ist ein plötzlicher Anstieg des Blutzu- ckerspiegels. Sowohl Patienten mit Typ-1- als auch mit Typ-2-Diabetes können akut zu hohe Blutzuckerspiegel aufweisen, wenn der Stoffwechsel „entgleist“, also z. B. die Insulindosis nicht rich- tig angepasst wurde oder andere Therapiefehler unterlaufen sind. Auch akute Erkrankungen, Infekte oder Stress können den Blutzucker erhöhen. Die Symptome sind zunächst meist unspezifisch. Die Menschen fühlen sich schwach und abge- schlagen. Häufig wird über Durst und häufiges Wasserlassen geklagt. Durch den Flüssigkeitsverlust kann es zu Bewusst- seinsstörungen, im schlimmsten Fall zum lebensbedrohli- chen diabetischen Koma kommen. Je nach Diabetes-Typ un- terscheidet man dabei 2 Komatypen (▶ Abb. 58.10). Ketoazidotisches Koma bei Typ-1-Diabetes • Aufgrund des absoluten Insulinmangels kommt es nicht nur zu einem erhöhten Blutzucker, sondern auch zu einem gesteigerten Abbau von Fetten und dadurch zur Bildung von Ketonkör- pern. Diese Ketonkörper führen dazu, dass der pH-Wert des Blutes niedriger und damit „saurer“ wird. Man spricht von einer Übersäuerung (= Azidose) des Körpers, und weil die Ketonkörper der Auslöser sind, von einer Ketoazidose. Die Patienten zeigen „typische“ Symptome einer Übersäuerung: Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Auffallend ist au- ßerdem die vertiefte Atmung (sog. Kußmaul-Atmung), mit der der Körper versucht, den Säureüberschuss auszuglei- chen. Häufig riecht der Atem nach Azeton („obstartig“). Hyperosmolares Koma bei Typ-2-Diabetes • Da diese Patienten noch körpereigenes Insulin haben, entstehen keine Keton- körper. Durch den erhöhten Blutzucker steigt aber die Os- molarität des Blutes (S. 485). Bei diesen Patienten stehen Symptome des Flüssigkeitsmangels im Vordergrund. Sie sind dehydriert, ihre Haut ist warm und trocken. Bei Exsik- kose kann es zum Blutdruckabfall mit Schocksymptomatik kommen. Bei einer leichten Hyperglykämie wird der Blutzucker mit kurzwirksamen Insulin behandelt, entweder subkutan oder intravenös. Es sollte zuerst eine langsame Korrektur bis auf ca. 200 mg/dl erfolgen. Eine Exsikkose wird mit Infusionen behandelt. Der Elektrolythaushalt wird mit Elektrolytlösun- gen ausgeglichen. ACHTUNG Das diabetische Koma ist eine Notfallsituation. Die Patienten müssen umgehend auf der Intensivstation behandelt und engma- schig überwacht werden. Wissen to go Diabetes mellitus – Hyperglykämie Der Blutzuckerspiegel steigt plötzlich an. Ursache können falsche Insulindosen, Therapiefehler, akute Erkrankungen, In- fekte oder Stress sein. Die Symptome sind Schwäche, Müdig- keit, Durst und vermehrter Harndrang. Es kann zu Bewusst- seinsstörungen bis hin zum diabetischen Koma kommen: ●● Ketoazidotisches Koma bei Typ-1-Diabetes: Der abso- lute Insulinmangel führt zu einer Ketoazidose mit Übel- keit, Erbrechen, Bauchschmerzen und einer vertieften Atmung (Kußmaul-Atmung) mit Azetongeruch ●● Hyperosmolares Koma bei Typ-2-Diabetes: die Os- molarität des Blutes steigt, was zu Dehydratation und Exsikkose führt. Polyurie, Polydipsie und Blutdruckabfall können schließlich zu Schocksymptomen führen. Bei leichter Hyperglykämie werden kurzwirksame Insuline gegeben. Eine Exsikkose wird mit Infusionen behandelt. Das diabetische Koma ist eine Notfallsituation und muss intensivmedizinisch behandelt werden. Abb. 58.10 Hyperglykämie. Therapiefehler Stress Hyperglykämie Schwäche, Durst, Abgeschlagenheit Bewusstlosigkeit Infekte Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen Dehydratation, bei Exsikkose Schocksymptomatik Kußmaul- Atmung hyperosmolares Koma TYP-2-Diabetes ketoazidotisches Koma TYP-1-Diabetes Symptome und Verlauf der Hyperglykämie bei Typ-1- und Typ- 2-Diabetes.

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