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I care Pflege

Pflege bei Erkrankungen des Hormonsystems, Stoffwechselstörungen und ernährungsbedingten Erkrankungen58 1086 ACHTUNG Falls die Injektion mit einer Spritze durchgeführt wird, muss un- bedingt die zur Konzentration passende Spritze verwendet wer- den, da es sonst zu gefährlichen Fehldosierungen kommen kann. Denn U100-Insulin ist 2,5-mal konzentrierter als U40-Insulin, bei gleicher Menge würde man also eine viel höhere Dosis aufziehen und eine Hypoglykämie auslösen. Lagerung und Handling  • Insulin muss im Kühlschrank gela- gert werden (bei ca. 2–8 °C), darf jedoch nicht gefrieren. Kla- res Insulin muss nicht durchmischt werden, trübes Insulin (Basalinsulin NPH und Mischinsulin) zum guten Durchmi- schen 20-mal schwenken. Ein PEN in Gebrauch kann mit Namen versehen bei Zim- mertemperatur z. B. auf dem Nachtschrank gelagert werden. Die Haltbarkeit beträgt dann 4 Wochen. Bei wenigen Einhei- ten pro Tag ist es sinnvoll, das Anbruchdatum auf dem PEN zu vermerken. Einstichstellen zur Insulininjektion Subkutane Injektionen erfolgen grundsätzlich an Orten mit ausgeprägtem Fettgewebe, am besten eignen sich Bauch und Oberschenkel oder das Gesäß. Sie sind für den Patien- ten einfach zu erreichen und die Gefahr einer Fehlinjektion in den Muskel ist gering. Um bei der Insulininjektion eine der jeweiligen Situation entsprechende optimale Resorption zu erreichen, ist es sinnvoll, kurzwirksames Insulin in den Bauch zu spritzen, da es dort schnell resorbiert wird, und langwirksames in den Oberschenkel, weil es dort langsam ins Blut aufgenommen wird. Beim Anleiten der Patienten ist es wichtig, herauszufinden, ob der Patient diese Dif- ferenzierung vornehmen kann. Wenn es ihn überfordert, sollte man ihn mit dieser Differenzierung nicht belasten oder ihm sinnvolle Hilfestellungen anbieten, z. B. die PENs zu kennzeichnen mit unterschiedlichen farblichen Markie- rungen, Beschriftungen oder Symbolen (Mahlzeitensymbol = kurzwirksames; Mond = langwirksames Insulin). Einstichstelle regelmäßig wechseln • Beim Spritzen in dieselbe Stelle können sich Fettgeschwüre bilden, bei Rechtshändern z. B. oft am linken Bauch. Sie behindern die Insulinaufnah- me und machen die Wirkung deswegen unberechenbar. Die Spritzstellen sollten daher immer gewechselt werden. Klei- nere Blutergüsse können immer mal wieder entstehen, sie stellen aber keine Komplikation dar und die Wirkung des Insulins ist nicht beeinträchtigt. ACHTUNG Nicht gespritzt werden sollte in den Oberarm, da dort hauptsäch- lich Muskeln sind. Ebenso sollte niemals in Wunden oder Bluter- güsse gespritzt werden. Insulin injizieren Wie bei allen Injektionen und der Verabreichung von Medi- kamenten gilt auch hier vor der Injektion noch einmal die Überprüfung: richtiger Patient, richtiges Insulin, richtiger Zeitpunkt, richtige Dosierung, richtige Applikationsform. Eine Hautdesinfektion erfolgt nur im klinischen Bereich we- gen der hohen Keimbelastung und des oftmals geschwäch- ten Immunsystems der Patienten. Im häuslichen Bereich ist sie i. d. R. nicht notwendig, der Patient bzw. die Pflegekraft sollte sich aber vorher gründlich die Hände waschen. Mittels Insulinspritze • Bei der Verabreichung mittels Insu- linspritze erfolgt das Aufziehen der verordneten Insulin- menge aus der Stechampulle (S. 459). Das genaue Vor- gehen bei einer subkutanen Injektion lesen Sie im Kapitel Injektionen und Blutentnahme (S. 460). Mittels PEN • Vor der Injektion sollte überprüft werden, ob der PEN noch genügend befüllt ist. Danach wird die Schutz- kappe entfernt und die Kanüle auf den PEN geschraubt. Um den PEN zu entlüften und seine Funktionsfähigkeit zu überprüfen, werden 2–4 IE am Drehrad eingestellt, der PEN mit der Kanüle nach oben gehalten und der Dosierknopf gedrückt. Das Insulin sollte dabei aus der Kanüle austreten. Danach wird die verordnete Menge Insulin am Drehknopf eingestellt. Bei schlanken Menschen wird eine Hautfal- te gebildet, bei normal- und eher übergewichtigen ist dies nicht notwendig. Der PEN wird senkrecht in die Haut ein- gestochen und der Dosierknopf mit dem Daumen bis zum Anschlag eingedrückt (▶ Abb. 58.9). Danach sollte ca. 10 Se- kunden gewartet werden, bevor der PEN aus der Haut gezo- gen wird, damit kein Restinsulin in der PEN-Nadel verbleibt oder Insulin aus dem Einstichkanal hinausfließt. Die PEN- Kanüle sollte sofort im Abwurfbehälter entsorgt werden. Nachbereitung • Bei Mahlzeiteninsulin sollte der Patienten darauf aufmerksam gemacht werden, dass er nach der In- jektion essen muss, da sonst die Gefahr einer Unterzucke- rung besteht – bei Normalinsulin nach 20–30 Minuten, bei kurzwirksamen Insulinanaloga direkt nach der Injektion. Die Insulininjektion, Art des Insulins und Anzahl der Ein- heiten werden in der Patientenkurve oder im Patientenheft dokumentiert. Abb. 58.9 Insulininjektion. Bei schlanken Menschen wird eine Hautfalte gebildet, die Kanüle senkrecht eingestochen und der Dosierknopf bis zum Anschlag durchgedrückt.

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