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I care Pflege

Stoffwechselstörungen: Diabetes mellitus 1081 Vor den Mahlzeiten wird als Bolus Normalinsulin oder die noch schneller wirkenden Insulinanaloga gespritzt. Mit die- ser Therapie wird das Insulin an das Leben angepasst und nicht anders herum. Der Vorteil ist eine uhrzeitenunabhän­ gige Mahlzeiteneinnahme. Einzelne Mahlzeiten können aus- gelassen werden. Um die Dosis richtig zu wählen, muss die Kohlenhydratmenge der Mahlzeit, evtl. körperliche Betäti- gung und die aktuelle Blutzuckerhöhe berücksichtigt wer- den. Die Selbstkontrolle des Blutzuckers vor jeder Injektion eines Bolus ist deshalb Bestandteil der intensivierten Thera- pie. Ein weiterer Blutzuckertest kann 2 Stunden nach einer Mahlzeit sinnvoll sein, um zu überprüfen, ob die gespritzte Dosis richtig war. ACHTUNG Bei gesteigerter körperlicher Aktivität, bei Verdacht auf Unterzu- cker, bei Infekten sowie vor der Nachtruhe sind zum Schutz vor Unterzuckerungen weitere Blutzuckertests nötig. Eingestellt auf die ICT werden meistens Menschen mit Typ- 1-Diabetes und jüngere und flexiblere Menschen mit Typ- 2-Diabetes. Nachteilig sind die häufigen Blutzuckerkontrol- len und Insulininjektionen. Eine Übersicht über die verschiedenen Insulintherapiear- ten zeigt ▶ Abb. 58.5. Insulinpumpentherapie Über eine kleine programmierbare Pumpe wird Insulin durch einen Katheter über eine im subkutanen Fettgewebe liegende Nadel verabreicht (▶ Abb. 58.6). Ein kurzwirksames Insulinanalog fließt kontinuierlich ein und wirkt dadurch als Basalinsulin. Vor den Mahlzeiten kann über eine Bolustaste eine eingegebene Menge an Insulin verabreicht werden. Die Nadel und der Katheter werden alle 3 Tage gewechselt. Gro- ße Blutzuckerschwankungen bei Typ-1-Diabetikern können durch die Programmierung über den Tag besser therapiert werden. Eine gefährliche Insulinpause kann nicht entstehen. Die Pumpe kann kurzzeitig, z. B. beim Duschen, abgekoppelt werden. Bei Untersuchungen im Krankenhaus oder kleine- ren OPs kann die Pumpe beim Patienten belassen bleiben. Durch die hohen Kosten ist es aufwendig, eine Pumpe von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen. Ganz selten werden Insulinpumpen bei Typ-2-Diabetes verordnet. In- sulinpumpenträger erhalten eine intensive Schulung, um eigenverantwortlich mit ihr umgehen zu können. Für die Zukunft gibt es Systeme mit Dauerblutzuckermessung, die zusammen mit der Pumpe arbeiten. Wissen to go Diabetes mellitus – Formen der Insulintherapie Die Art der Insulintherapie richtet sich nach dem Diabe- testyp, nach dem körperlichen und geistigen Zustand, den Bedürfnissen, Begleiterkrankungen und Lebensgewohn- heiten des Patienten. ●● Basalunterstützte orale Therapie (BOT): zur Unterstüt- zung der oralen Antidiabetika wird ein Basalinsulin ge- geben → für Typ-2-Diabetiker mit erhöhtem Nüchtern- blutzucker ●● Supplementäre Insulin-Therapie (SIT): zusätzlich zum Metformin spritzt der Patient zu den Mahlzeiten ein kurzwirksames Insulin → für Typ-2-Diabetiker, bei denen die BZ-Werte nach dem Essen erhöht sind ●● Konventionelle Therapie (CT): vor dem Frühstück und dem Abendessen wird ein Mischinsulin gespritzt. Die In- sulindosis ist festgelegt, Mahlzeiten müssen eingehalten werden → für Typ-2-Diabetiker mit geregeltem Tagesab- lauf ●● Intensivierte konventionelle Therapie (ICT): Der Grundbedarf wird durch ein Basalinsulin abgedeckt, zu jeder Mahlzeit wird ein kurzwirksames Bolusinsulin ge- spitzt. Zuvor muss der aktuelle BZ bestimmt und die Kohlenhydratmenge der Mahlzeit berechnet werden → für Typ-1-Diabetiker und jüngere Typ-2-Diabetiker ●● Insulinpumpentherapie: über Pumpe wird kontinuier- lich kurzwirksames Insulinanalog über einen Katheter verabreicht, zu den Mahlzeiten zusätzliches Insulin über eine Bolustaste → fast ausschließlich für Typ-1-Diabetiker Insulintherapie: Berechnen des Bolus­ insulins Patienten, die mit einer ICT oder Insulinpumpentherapie behandelt werden, erlernen das Errechnen der benötigten Insulineinheiten (IE) des kurzwirksamen Insulins (Bolusin- sulin) zu den Mahlzeiten und zur Korrektur von hohen Blut- zuckerwerten. Berechnen des Bolusinsulins zu den Mahlzeiten Um die richtige Menge an Insulin zu errechnen, wird jede Mahlzeit in Broteinheiten bzw. Berechnungseinheiten (BE) eingeteilt. Der Begriff Kohlenhydrateinheit (KE) wird oft sy- nonym benutzt. Die Berechnungseinheiten ergeben sich aus der Kohlen- hydratzusammensetzung der Nahrung. Eine BE entspricht etwa 12 g Kohlenhydraten, eine KE etwa 10 g Kohlenhydra­ ten. Mehr zu den BE von verschiedenen Kohlenhydraten le- sen Sie im Abschnitt Ernährung (S. 1089). Abb. 58.6 Insulinpumpentherapie. Die Insulinpumpe ist sehr klein und kann per Clip an der Kleidung befestigt werden, um den Patienten so wenig wie möglich einzuschränken.

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