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I care Pflege

Pflege bei Erkrankungen des Hormonsystems, Stoffwechselstörungen und ernährungsbedingten Erkrankungen58 1078 Langwirksame Insuline NPH-Insulin • Beim NPH-Insulin wird die Wirkung des Nor- malinsulins durch den Zusatz von 1CProtamin verlängert (NPH = Neutrales Protamin Hagedorn). Eingesetzt wird es als Verzögerungs- bzw. Basalinsulin, um den Grundbedarf an Insulin zu decken. Durch den Protaminzusatz ist das Insulin trübe und muss vor jeder Injektion 20-mal durch- mischt (geschwenkt) werden, sonst ist die Wirkung unbe- rechenbar. Die PENs und Stechampullen aller NPH-Insuline haben eine grüne Farbmarkierung und können gegeneinan- der getauscht werden. Die Wirkung tritt nach 1 Stunde ein, das Wirkmaximum ist nach 6 Stunden und das Wirkende nach 12 Stunden erreicht. Langwirksame Insulinanaloga • Hier wurde die Struktur des Insulins verändert, um die Wirkdauer zu verlängern. Die Insuline sind klar und müssen nicht gemischt werden. Ein- gesetzt werden sie als Basalinsuline. Oft werden sie auch eingesetzt zur Unterstützung der oralen Antidiabetika. Das Präparat Lantus hat eine Wirkdauer von ca. 24 Stunden. Der Zeitpunkt zum Spritzen ist variabel, sollte aber immer zur selben Uhrzeit erfolgen. Das Präparat Levemir hat eine Wirk- dauer von ca. 16 Stunden und wird ähnlich wie NPH-Insulin vor dem Schlafengehen gespritzt. Der Vorteil dieser Insuline ist der flache Wirkspiegel mit der geringeren Gefahr einer Unterzuckerung. Mischinsuline Mischinsuline werden zusammengesetzt aus Normalinsu- lin oder kurzwirksamen Insulinanaloga und NPH-Insulinen. Meist sind sie 30/70 gemischt, d. h. 30 % kurzwirksames In- sulin und 70 % NPH-Insulin. Es gibt auch 50/50-Mischungen. Die Insuline sind trüb und müssen vor der Injektion 20-mal geschwenkt werden. Mit Normalinsulin sollte das Mischin- sulin 20–30 Minuten vor dem Essen gespritzt werden. Bei Analoga ist kein Spritz-Ess-Abstand notwendig. Eingesetzt werden die Mischinsuline hauptsächlich bei der konventio- nellen Therapie (S. 1080). Tab. 58.2  Übersicht über die verschiedenen Insulinpräparate. Insuline und Beispiele für ­Handelsnamen Einsatzgebiet Bemerkung Wirkung kurzwirksame Insuline (Bolusinsulin) Normalinsulin: z. B. Insuman Ra- pid, Actrapid, Huminsulin Rapid, Berlinsulin H Normal Korrektur von hohen Blutzuckerwerten ●● Spritz-Ess-Abstand: 20–30 min ●● kann auch intravenös gege- ben werden ●● Beginn: nach 20–30 min ●● Maximum: nach 2 h ●● Dauer: 5–7 h kurzwirksame Insulinanaloga: ●● Insulin aspart: z. B. NovoRapid, ●● Insulin lispro: z. B. Humalog, Liprolog ●● Insulin glulisin: z. B. Apidra ●● intensivierte Insulin­ therapie, Insulinpumpe ●● Korrektur von hohen Blutzuckerwerten wirken schneller und kürzer kein Spritz-Ess-Abstand ●● Beginn: nach 5–15 min ●● Maximum: nach 1 h ●● Dauer: 2–3 h langwirksame Insuline (Verzögerungsinsuline, Basalinsuline) NPH-Insuline (Neutrale Protamin Hagedorn): z. B. Protaphane, Insuman Basal, Huminsulin Basal und Berlininsulin H Basal Basistherapie bei ­Typ-2-Diabetes ●● Insulin ist durch den Prota- minzusatz trübe und muss vor jeder Injektion 20-mal durchgemischt werden! ●● bester Injektionszeitpunkt: 22 Uhr ●● kein körpereigenes Insulin: Gabe mind. 2-mal/Tag ●● Beginn: nach 45–90 min ●● Maximum: nach 4–8 h ●● Dauer: 10–12 h langwirksame Insulinanaloga Insulindetemir: z. B. Levemir, Insulin glargin: z. B. Lantus ●● Basistherapie ●● intensivierte Insulin­ therapie ●● Insulin ist klar und muss nicht durchgemischt werden. ●● Gabe 1-mal/Tag ●● Beginn: nach 2–4 h ●● Maximum: nach 7–12 h ●● Dauer: Insulin determir 12–16 h ●● Insulin glargin 20–24 h Mischinsuline Mit Normalinsulin: z. B. Actrapha- ne, Insuman Comb, Huminsulin Profil III, Berlinsulin H 30/70 Mit kurzwirksamen Insulinanalo- ga: z. B. Novomix, Humalogmix, Liprologmix konventionelle Insulin- therapie ●● Kombination aus kurzwirk- samen und langwirksamen Insulin (meist Verhältnis 30:70) ●● Die Insuline sind trüb und müssen 20-mal geschwenkt werden. ●● Beginn: mit Normalinsu- lin nach 20–30 min; mit kurzwirksamen Insulin­ analoga nach 5–15 min ●● Maximum: nach 4–8 h ●● Dauer: 10–12 h

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