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I care Pflege

Stoffwechselstörungen: Diabetes mellitus 1077 Insulintherapie: Die verschiedenen ­Insuline Insulin ist ein Eiweißhormon, das im Magen-Darm-Trakt zerstört würde und deshalb nicht oral verabreicht, sondern gespritzt wird – meist subkutan. Es gibt 3 Insulinarten: 1. langwirksames Insulin (Verzögerungsinsulin , Basalinsu- lin) 2. kurzwirksames Insulin (Bolusinsulin) 3. Mischinsulin Langwirksame Insuline decken den Grundbedarf des Kör- pers an Insulin ab, sie bilden sozusagen die Basis und wer- den deshalb auch Basalinsuline genannt. Kurzwirksame Insuline puffern plötzliche Blutzuckeranstiege. Sie werden meist als Mahlzeiteninsuline eingesetzt oder um hohe Blut- zuckerwerte zu korrigieren. Sie werden auch Bolusinsuline genannt. Bei Mischinsulinen sind kurzwirksame und lang- wirksame Insuline gemischt. Alle Insuline werden nach Internationalen Einheiten (IE) dosiert. Stechampullen mit Insulin für Einwegspritzen sind in Deutschland erhältlich in den Konzentrationen 40 IE/ml und 100 IE/ml. Insulinampullen für Pens enthalten 100 IE/ ml. Die Ampullen sind beschriftet mit U40- bzw. U100-Insu- lin, das U steht für das englische Wort „unit“ = Einheit. Kurzwirksame Insuline Normalinsulin • Die Struktur entspricht dem Insulin des menschlichen Körpers. Die verschiedenen Präparate kön- nen alle gegeneinander ausgetauscht werden. Sowohl die Stechampullen als auch die Pens mit Normalinsulin sind mit einem gelben Strich farbcodiert. Eingesetzt werden sie meist als Mahlzeiteninsulin. Die Wirkung tritt bei subku- taner Verabreichung nach ca. 20–30 Minuten ein und die- se Zeitspanne ist auch der optimale Spritz-Ess-Abstand. Bei einem Restaurantbesuch oder auch in der Klinik kann es allerdings besser sein, erst zu spritzen, wenn das Essen da ist. Denn wenn das Essen später kommt, das Insulin aber bereits wirkt, kann es zu einer Hypoglykämie kommen. Das Wirkende ist nach ca. 5–7 Stunden erreicht. Wird allerdings eine hohe Zahl von Einheiten verabreicht, wirkt das Nor- malinsulin länger. Eventuell wird dann noch eine Zwischen- mahlzeit benötigt, um eine Hypoglykämie zu verhindern. Merken  Intravenöse Gabe Normalinsulin ist das einzige Insulin, das auch intravenös gege- ben werden kann. Dies erfolgt häufig bei hohem Insulinbedarf auf einer Intensivstation. Spritz-Ess-Abstand nicht nötig? • Eine Studie des Universi- tätsklinikums Jena hat gezeigt, dass es für die Stoffwech- selleistung der Patienten keinen Unterschied macht, ob sie den Spritz-Ess-Abstand einhalten oder nicht (Müller 2013). Die Patienten sind insgesamt zufriedener, wenn sie auf den Spritz-Ess-Abstand verzichten können. Bei sehr hohen Aus- gangswerten kann es allerdings von Vorteil sein, den Spritz- Ess-Abstand einzuhalten. Kurzwirksame Insulinanaloga • Hier hat man die Struktur des Insulins so verändert, dass das Insulin direkt nach der sub- kutanen Injektion anfängt zu wirken. Ein Spritz-Ess-Abstand muss also nicht eingehalten werden. Bei einem niedrigen Blutzucker oder bei Menschen, bei denen man nicht genau weiß, ob sie etwas essen oder nicht, kann sogar nach dem Essen gespritzt werden. Die Insulinanaloga wirken nicht nur schneller, sondern auch kürzer, nach ca. 2–3 Stunden ist die Wirkung beendet. Dadurch sinkt das Hypoglykämierisiko. Eine Zwischenmahlzeit ist nicht nötig. Das Wirkprofil ent- spricht fast dem des menschlichen Körpers. Die Blutzucker- spitze nach dem Essen wird besser abgedeckt. Tab. 58.1  Fortsetzung. Wirkstoffe und Handels­ namen Wirkmechanismus Applikationsform und Zeitpunkt der Gabe Nebenwirkungen/Beobachtungskriterien/zu beachten Gliptine (DPP-4-Inhibitoren) ●● Sitagliptin: z. B. Januvia ●● Vildagliptin: z. B. Galvus ●● Saxagliptin: z. B. Onglyza ●● steigern blutzuckerabhängig die Insulinproduktion ●● hemmen die Freisetzung von Glukose ins Blut ●● siehe Inkretinmimetika oral, nach dem Essen Sitagliptin 1-mal mor- gens, Vildagliptin 2-mal täglich, Saxagliptin 1-mal morgens ●● Hypoglykämiegefahr: keine ●● typische NW: Kopfschmerzen und Schwindel ●● Pankreatitis α-Glukosidasehemmer Acarbose: z. B. Glucobay hemmen die Glukoseaufnahme aus dem Darm ins Blut oral, mit dem ersten Bissen ●● Hypoglykämiegefahr: keine bei Monotherapie ●● typische NW: Blähungen und Durchfälle ●● wenn es in Kombination mit Sulfonylharnstof- fen zu einer Hypoglykämie kommt, kann diese nur mit Traubenzucker behoben werden, alle anderen Zucker können wegen des Glukosidase- hemmers nicht resorbiert werden Glitazone (Insulinsensitizer) Pioglitazon: z. B. Actos verbessern die Glukoseaufnah- me in die Zellen oral ●● Hypoglykämiegefahr: keine ●● nur im Ausnahmefall verordnet ●● typische NW: Ödembildung

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