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I care Pflege

Pflege bei Erkrankungen des Hormonsystems, Stoffwechselstörungen und ernährungsbedingten Erkrankungen58 1076 Tab. 58.1  Übersicht über Antidiabetika bei Diabetes mellitus Typ 2. Wirkstoffe und Handels­ namen Wirkmechanismus Applikationsform und Zeitpunkt der Gabe Nebenwirkungen/Beobachtungskriterien/zu beachten Biguanide Metformin: z. B. Gluco- phage ●● verbessern die Glukoseauf- nahme und die Glukosever- wertung in den Zellen ●● verzögern die Glukoseauf- nahme im Darm → gutes Sättigungsgefühl → leichtere Gewichtsabnahme ●● hemmen die Glukosebildung in der Leber ●● senken Triglyceridwerte im Blut und hemmen Aggrega- tion von Thrombozyten → senken Komplikationsrate, z. B. KHK, Schlaganfall ●● oral, nach dem Essen ●● zu Beginn 1-mal täglich, dann 2-mal täglich ●● Hypoglykämiegefahr: keine ●● typische NW: Übelkeit, Magenbeschwerden, Blähungen ●● Laktazidose: sehr seltene aber schwere NW mit Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verwirrt- heit bis zur Bewusstlosigkeit → Nierenwerte müssen regelmäßig kontrolliert werden ●● Therapiepause bei OPs und Untersuchungen mit Kontrastmittel (z. B. Koronarangiografie) i. d. R. 1 Tag davor und 1 Tag danach; bei schweren OPs und akuten schweren Erkrankungen wie Herzin- farkt, Schlaganfall, Schock auch länger (Gefahr der Laktazidose); ggf. vorübergehende Therapie mit Insulin Sulfonylharnstoffe ●● Glibenclamid: z. B. Euglucon ●● Amaryl: z. B. Glimipirid ●● Glurenorm: z. B. Gliquidon stimulieren β-Zellen des Pan­ kreas → stärkere Produktion von Insulin ●● oral, vor dem Essen ●● Glibenclamid 2-mal täglich ●● Glimepirid 1-mal täglich ●● Hypoglykämiegefahr: sehr hoch, besonders nachts gefährlich, wenn sie nicht bemerkt wird, da es durch Gegenregulation des Körpers zu Schlaganfällen und Herzinfarkten kommen kann → darauf achten, dass tagsüber und abends genügend Kohlenhydrate gegessen werden (z. B. Schokoriegel vor dem Schlafengehen); bei Neueinstellung auch nachts gegen 2 Uhr den Blutzucker messen ●● typische NW: Hungergefühl mit der Gefahr der Gewichtszunahme und dadurch verschlechterter Stoffwechsellage ●● Therapiepause bei Eingriffen, für die der Patient nüchtern sein muss; ggf. vorübergehende Thera- pie durch Insulin Glinide ●● Repaglinid: z. B. Novo- Norm ●● Nateglinid: z. B. Starlix Glinide wirken wie Sulfonylharn- stoffe, allerdings deutlich kürzer orale Gabe mit dem ersten Bissen („one meal, one pill“) 3-mal täglich ●● Hypoglykämiegefahr: gering ●● typische NW: Hungergefühl mit der Gefahr der Gewichtszunahme und dadurch verschlechterter Stoffwechsellage; Magen-Darm-Beschwerden ●● durch die kurze Wirksamkeit genügt die Ein- nahme zu jeder Mahlzeit, keine Mahlzeit – keine Tablette → so kann flexibler gegessen und auch mal eine Mahlzeit ausgelassen werden Inkretinmimetika ●● Exenatide: z. B. Byetta, Bydureon ●● Liraglutide: z. B. Victoza ●● steigern blutzuckerabhängig die Insulinproduktion ●● hemmen die Freisetzung von Glukagon subkutan ●● Byetta 2-mal täglich vor dem Essen ●● Victoza 1-mal täglich vor dem Essen ●● Bydureon 1-mal wöchentlich ●● Hypoglykämiegefahr: keine ●● typische NW: Übelkeit, Magenbeschwerden, Blähungen ●● unterstützt eine Gewichtsreduktion durch eine verzögerte Magenentleerung → in Kombination mit Metformin für stark übergewichtige Patien- ten geeignet ●● Pankreatitis

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