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I care Pflege

Stoffwechselstörungen: Diabetes mellitus 1075 Die Säulen der Diabetestherapie sind: 1. Säule: Ernährungsumstellung und Bewegung 2. Säule: medikamentöse Therapie 3. Säule: Schulung und Selbstkontrolle Ernährungsumstellung und Bewegung Die Umstellung der Ernährung ist eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Diabetes-Therapie. Die Patienten erhal- ten eine professionelle Ernährungsberatung. Bei der Ernäh- rungsumstellung geht es nicht nur darum, den Zucker in der Nahrung zu reduzieren, sondern sich insgesamt kalorienre- duziert, ausgewogen und vollwertig zu ernähren. Regelmäßige Bewegung ist ebenso wichtig wie gesunde Ernährung (S. 1089). Denn um sich bewegen zu können, braucht der Muskel Glukose – der Blutzuckerspiegel sinkt, die Insulinempfindlichkeit der Zellen wird auf Dauer gestei- gert. Auch Übergewicht und Bluthochdruck werden durch körperliche Aktivität positiv beeinflusst. Weiterhin sollten die Patienten nicht rauchen und Alkohol nur in Maßen zu sich nehmen. Medikamentöse Therapie Die medikamentöse Therapie des Diabetes Typ 1 erfolgt mit Insulin (S. 1075). Die medikamentöse Diabetestherapie des Diabetes Typ 2 erfolgt i. d. R. mit Metformin. Gerade bei übergewichtigen Patienten ist dieses Medikament sinnvoll, da es auch zur Ge- wichtsreduktion beiträgt. Der Therapieerfolg wird anhand des HbA1c-Werts überprüft. Ist der HbA1c-Wert zu hoch, passt man die Behandlung an und kombiniert mit weiteren Antidiabetika oder mit Insulin (▶ Abb. 58.4). Eine Übersicht über Antidiabetika finden Sie in ▶ Tab. 58.1. Wissen to go Diabetes mellitus – Grundlagen der Therapie Ziel ist die normale Blutzuckerkonzentration. Die Diabe- testherapie ruht auf folgenden Säulen: 1. Ernährungsumstellung und Bewegung 2. medikamentöse Therapie 3. Schulung und Selbstkontrolle Ursache und Therapieansatz unterscheiden sich beim Typ- 1- und Typ-2-Diabetes: ●● Typ-1-Diabetes: körpereigenes Insulin fehlt vollständig und muss lebenslang substituiert werden. ●● Typ-2-Diabetes: Ernährungsumstellung und Bewegung sind Grundlage. Medikamentös werden Antidiabetika (i. d. R. Metformin) gegeben. Reicht Metformin nicht aus, werden Antidiabetika kombiniert oder zusätzlich Insulin gegeben. Insulintherapie: Allgemein Die Bauchspeicheldrüse eines gesunden Menschen gibt kon- tinuierlich geringe Mengen Insulin ab, um den Grundstoff- wechsel zu regulieren – man spricht von der basalen Sekre­ tion. Nach einer Mahlzeit schüttet sie eine größere Menge Insulin aus, um den plötzlichen Blutzuckeranstieg wieder auf den Normalwert zu bringen – dies wird prandiale Se­ kretion genannt (prandial = während des Essens). Bei der Insulintherapie versucht man, die physiologische Funktion der Bauchspeicheldrüse entweder komplett oder teilweise nachzuahmen – je nachdem, ob körpereigenes Insulin vor- handen ist oder nicht. Dabei werden verschiedene Insulinar- ten und -therapien eingesetzt. Abb. 58.4 Therapie bei Diabetes mellitus. Diabetes Typ 2 Diabetes Typ 1 HbA1c ≥ 7 HbA1c 6,5 – 7,5 HbA1c ≥ 7 HbA1c ≥ 7 Intensivierung der Insulintherapie, z.B. zusätzlich kurzwirksames Insulin zum Essen HbA1c ≥ 7,5 + + Übergewicht abbauen regelmäßig bewegen Ernährungsumstellung Kombination unterschiedlich wirkender Antidiabetika Antidiabetika und zusätzlich Insulintherapie, z. B. einmal täglich langwirksames Insulin Antidiabetika und zusätzlich Insulintherapie, z.B. einmal täglich langwirksames Insulin + + nach 3 Monaten lebenslange Insulintherapie + Ernährung nach 3 Monaten nach 3 Monaten Der Diabetes Typ 1 muss wegen des absoluten Insulinmangels lebenslang mit Insulin behandelt werden. Beim Diabetes Typ 2 ist die Grundlage der Therapie die Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung. Bei der medikamentösen Therapie geht man nach einem Stufenplan vor, man beginnt mit oralen Antidiabetika und überprüft alle 3 Monate den HbA1c-Wert. Liegt er weiterhin zu hoch, wird die Therapie angepasst.

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