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I care Pflege

Pflege bei Erkrankungen des Hormonsystems, Stoffwechselstörungen und ernährungsbedingten Erkrankungen58 1074 Weitere Untersuchungen HbA1c-Messung • Die Messung des HbA1c ist alle 3 Monate sinnvoll. Der Patient muss bei der Blutabnahme nicht nüch- tern sein. Als HbA1c bezeichnet man Hämoglobin, an das sich ein Molekül Glukose angelagert hat. Das geschieht in verstärktem Maß bei hohen Blutzuckerwerten, z. B. bei ei- nem nicht optimal eingestellten Diabetes mellitus. Er ist ein Maß für den mittleren Blutzuckerwert der letzten 8 Wochen und wird deswegen auch als Langzeitblutzucker oder Blut­ zuckergedächtnis bezeichnet. Merken  Blutzuckergedächtnis Je öfter und je länger der Blutzuckerwert erhöht war, desto höher ist auch der HbA1c-Wert. Er ist also ein Indikator für die Qualität der Blutzuckereinstellung der letzten 8 Wochen. Der Normwert beträgt 4–6 % des Gesamt-Hb. Weitere Laborwerte • Weitere Laborwerte wie Nierenwerte, Cholesterin und Fettwerte werden oft mitbestimmt. Bei jün- geren schlanken Menschen sollte auch über eine Diabetes- mellitus-Typ-1-Diagnostik nachgedacht werden – hierzu werden folgende Laborwerte bestimmt: Inselzellantikörper (ICA), Glutamatdecarboxylase AK (GAD-Ak), Insulinautoan- tikörper (IA-Ak). BMI und Waist-to-Hip-Ratio • Der Patient sollte gewogen werden und im Verlauf weiterhin regelmäßig sein Gewicht kontrollieren. Der BMI und die Waist-to-Hip-Ratio (WHR, Taille-Hüft-Verhältnis) wird ermittelt. Der WHR zeigt an, wo die Fettdepots am Körper sitzen. Eine ungünstige, bauchbe- tonte Verteilung des Körperfetts kann langfristig das Risiko von Folgeerkrankungen erhöhen. Wie diese Werte ermitteln werden, lesen Sie im Kapitel Essen und Trinken anreichen, Größe und Gewicht bestimmen, Flüssigkeit bilanzieren (S. 369). Untersuchung auf Folgeerkrankungen • Um Folgeerkrankun- gen des Diabetes zu erkennen, erfolgen weitere Untersu- chungen. Die Füße werden inspiziert: Wunden, Hornhaut- stellen, Schwielen und Trockenheit werden dokumentiert. Die Fußpulse werden geprüft (Durchblutungsstörungen?). Mit einer am Knöchel aufgesetzten Stimmgabel wird die Sensibilität getestet und eine Neuropathie diagnostiziert. Um eine diabetesbedingte Nephropathie (Nierenschaden) schon früh zu erkennen, werden die Albuminwerte im Urin überprüft. Größere Albuminmengen befinden sich im Urin, wenn die kleinen Blutgefäße in den Nierenkörperchen durch erhöhte Blutzuckerspiegel geschädigt sind (Mikroan- giopathie). Der Albuminwert wird entweder im Sammel­urin über 24 Stunden oder morgens anhand von Mittelstrahl­ urin getestet (S. 1034). Die 24-Stunden-Messung (S. 1034) ist genauer, erfordert aber deutlich mehr Aufwand. Vor der Abnahme sollte der Patient keinen Blaseninfekt haben. Der Patienten sollte vor der Abnahme übermäßige körperliche Anstrengung und eine stark eiweißhaltige Kost vermeiden. Bei der Messung anhand von Mittelstrahlurin sollte die Mes- sung an einem anderen Tag noch einmal wiederholt werden. Bei einem auffälligen Geruch und Trübung des Urins sollte ein Urinstatus abgenommen werden. Wissen to go Diabetes mellitus – Diagnostik Der Blutzucker (BZ) wird in Milligramm pro Deziliter (mg/ dl) oder in Millimol pro Liter (mmol/l) angegeben. ●● Normalwerte: 60–100 mg/dl (3,3–5,6 mmol/l) ●● gestörter Nüchternblutzuckerwert: 100–125 mg/dl (5,5–6,9 mmol/l) ●● Diabetes mellitus: ≥ 126 mg/dl (≥ 7 mmol/l) Für die erste BZ-Bestimmung sollte der Patient nüchtern sein und das Blut sollte venös abgenommen werden. Ein oraler Glukose-Toleranz-Test (oGTT) gibt Auskunft dar­ über, wie stark der Blutzucker nach einer oralen Glukoseauf- nahme ansteigt und wie schnell und wie stark er wieder ab- fällt. Weitere Laboruntersuchungen sind u. a. die Messung von HbA1c, Nierenwerten, Cholesterin und Fettwerten. Darüber hinaus werden Gewicht, BMI und das Taille- Hüft-Verhältnis regelmäßig ermittelt. Die Füße müssen inspiziert, die Fußpulse und die Sensibilität der Füße ge- prüft. Bei Verdacht auf eine diabetische Nephropathie wer- den die Albuminwerte im Urin bestimmt. 58.4.3  Mitwirken bei der Therapie Da sich der Typ-1- und Typ-2-Diabetes in der Entstehungs- ursache unterscheiden, werden sie auch unterschiedlich behandelt. Das Ziel ist aber bei beiden Formen das gleiche: eine normale Blutzuckerkonzentration. Durch das absolute Fehlen des körpereigenen Insulins beim Typ-1-Diabetes ist eine lebenslange Insulintherapie absolut notwendig. Die Insulinversorgung muss 24 Stunden am Tag gewährleistet sein und soll möglichst dem physio- logischen Insulinspiegel angepasst werden. Mit einer guten Blutzuckereinstellung und wenigen Blutzuckerentgleisun- gen will man langfristig die Folgeerkrankungen verhindern. Beim Typ-2-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse zwar Insulin, durch die Resistenz der Insulinrezeptoren der Zellen kann es aber nicht mehr richtig wirken. Die Insulinre- sistenz ist ein komplexes Krankheitsbild mit hohem Risiko für Folgeerkrankungen. Durch eine Lebensstiländerung mit viel Bewegung, gesunder Ernährung, Gewichtsabnahme, Nichtrauchen und einer guten Blutzuckereinstellung soll dieses Risiko für Folgeerkrankungen vermindert werden. Die medikamentöse Diabetestherapie muss immer wieder neu angepasst werden. Des Weiteren sollten der Blutdruck und eine Fettstoffwechselstörung gut eingestellt werden. Abb. 58.3 Oraler Glukosetoleranztest. normal Diabetes mellitus Test 1 2 3Blutentnahme 80 0 1 2 3 4 5 4,4 5,6 6,7 7,8 8,9 10 11,1 100 120 140 200 Zuckerlösung Stunden 8 10 12 14 Blutentnahme nüchtern 160 180 Die Kurven zeigen die Blutzuckerwerte eines Gesunden und eines Patienten mit Diabetes mellitus beim oGTT. 012345

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