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I care Pflege

Stoffwechselstörungen: Diabetes mellitus 1073 ●● diabetische Makroangiopathie: Schädigung der großen und mittleren Blutgefäße durch Arteriosklerose, betroffen sind vor allem Herzkranz-, Hirn- und die großen Beinar- terien: –– koronare Herzkrankheit (KHK) –– Schlaganfall –– periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ●● diabetische Mikroangiopathie: Schädigungen der kleinen Blutgefäße, insbesondere der Kapillaren, führt zu ver- schiedenen Erkrankungen: –– diabetische Retinopathie: Netzhautschäden, häufige Ur- sache für Erblindung –– diabetische Nephropathie: Nierenschäden, häufige Ursa- che für Niereninsuffizienz und Nierenversagen ●● diabetische Neuropathie: –– Nervenschäden an sensorischen und motorischen Ner- ven treten vor allem im Bereich der Füße auf. Erste An- zeichen sind Kribbeln, Taubheitsgefühle, Schmerzen und Kältegefühle, später können Lähmungserscheinungen hinzukommen. –– Nervenschäden an autonomen Nerven beeinträchtigen die Funktion verschiedener Organe, z. B. erhöhte Herz- frequenz in Ruhe, Blutdruckabfall im Stehen, Störungen der Magen- und Blasenentleerung, Erektionsprobleme. ●● diabetisches Fußsyndrom: Es entsteht durch die diabeti- sche Neuropathie und/oder Durchblutungsstörungen bei pAVK. Eine kleine Verletzung, die aufgrund der Neuropa- thie nicht als schmerzhaft empfunden und vom Patienten nicht bemerkt wird, infiziert sich. Liegt gleichzeitig eine Durchblutungsstörung vor, ist die Wundheilung verzögert. Es bilden sich Geschwüre, die Gewebe und Knochen an- greifen. Wissen to go Diabetes mellitus – Grundlagen Er ist eine chronisch verlaufende Erkrankung, bei der der Glukosestoffwechsel gestört ist. Im Blut und im Urin sind die Glukoseanteile zu hoch, weil im Pankreas zu wenig In- sulin produziert wird. Man unterscheidet: ●● Typ-1-Diabetes: insulinproduzierende β-Zellen des Pan- kreas werden durch Autoantikörper zerstört → abso­ luter Insulinmangel. Symptome: Polyurie, Polydipsie, Flüssigkeitsmangel, ggf. Gewichtsverlust, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen ●● Typ-2-Diabetes: Insulinrezeptoren der Körperzellen entwickeln zunehmend eine Resistenz gegen Insulin → relativer Insulinmangel. Ursachen sind u. a. genetische Faktoren, Übergewicht, falsche Ernährung und Bewe- gungsmangel. Symptome sind eher unspezifisch, z. B. Müdigkeit, Leistungsminderung. Tritt gleichzeitig eine arterielle Hypertonie, Adipositas und eine Fettstoff- wechselstörung auf, spricht man vom metabolischen Syndrom. Komplikationen: Hypo- und Hyperglykämien können le- bensbedrohlich sein. Folgeerkrankungen: Bei chronisch erhöhtem Blutzucker werden v. a. die kleinen und großen Arterien (Mikro- und Makroangiopathie) sowie die Nerven geschädigt: ●● koronare Herzkrankheit (KHK), Schlaganfälle, pAVK ●● diabetische Retinopathie ●● diabetische Nephropathie ●● diabetische Neuropathie ●● diabetisches Fußsyndrom 58.4.2  Mitwirken bei der ­Diagnostik Blutzuckerbestimmung Der Blutzucker wird entweder in der Einheit mg/dl (Milli- gramm pro Deziliter) oder mmol/l (Millimol pro Liter) an- gegeben. In den alten Bundesländern wird i. d. R. die Einheit mg/dl verwendet, in den neuen Bundesländern (auch in den meisten anderen Ländern mit Ausnahme der USA) die Ein- heit mmol/l. Merken  Umrechnung 1 mmol/l = 18 mg/dl Bei einem gesunden Menschen liegt der Blutzuckerwert im nüchternen Zustand zwischen 60 und100 mg/dl bzw. zwi- schen 3,3 und 5,6 mmol/l. Nach einer Mahlzeit steigt der Wert auf bis zu 140 mg/dl bzw. 7,8 mmol/l an. Bei der Erstdiagnose sollte das Blut nicht über ein Blutzu- ckermessgerät gemessen, sondern venös abgenommen und in einem standardisierten Labor untersucht werden. Der Pa- tient muss dabei nüchtern sein, Wasser und nicht zuckerhal- tige Getränke darf er trinken. Der Blutzucker sollte beim nüchternen Patienten unter 100 mg/dl (5,5 mmol/l) liegen. Liegt der Wert im Bereich von 100–125 mg/dl (5,5–6,9 mmol/l), liegt eine gestörter Nüchternblutzuckerwert vor. Beweisend für einen Dia- betes mellitus ist ein Nüchternblutzucker von ≥ 126 mg/dl (≥  7 mmol/l). Zur Durchführung der BZ-Bestimmung siehe Insulintherapie: Blutzucker messen (S. 1082). Im weiteren Text wird für den Blutzucker der Einfachheit halber nur noch die Einheit mg/dl aufgeführt. Oraler Glukose-Toleranz-Test (oGTT) Der oGTT wird eingesetzt, um die Gefährdung für einen ­Diabetes Typ 2 eines Patienten einzuschätzen oder um einen Diabetes Typ 2 zu erkennen. Beim oGTT wird getestet, wie stark der Blutzucker nach oraler Aufnahme einer definier- ten Glukoselösung ansteigt und wie schnell und wie stark er wieder abfällt. Ein Blutzuckeranstieg stimuliert die Bauch- speicheldrüse, das Hormon Insulin freizusetzen, das die Glukose aus dem Blut in die Körperzellen schleust, wodurch der Blutzucker gesenkt wird. Mit dem oGTT testet man, ob dieser Mechanismus gestört ist. Beim oGTT darf der Patient 10 Stunden vorher keine Nahrung zu sich nehmen. Akute Infekte oder Erkrankun- gen dürfen nicht vorliegen. Am Anfang des Testes wird der Nüchtern-Blutzuckerwert bestimmt. Hierzu wird dem Pati- enten venöses Blut entnommen und im Labor untersucht. Danach erhält der Patient eine Lösung mit 75 g Glukose, die er zügig austrinkt. In den nächsten 2 Stunden darf er keine körperliche Anstrengung unternehmen oder rauchen. Nach 1 und nach 2 Stunden werden noch einmal die Blutzucker- werte aus dem venösen Blut bestimmt. Oft werden nur der Nüchtern-Blutzuckerwert und der Wert nach 2 Stunden ge- messen. Sowohl ein erhöhter Nüchtern-Blutzuckerwert als auch ein erhöhter 2-Stunden-Wert lassen einen Diabetes mellitus vermuten (▶ Abb. 58.3).

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