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I care Pflege

Pflege bei Erkrankungen des Hormonsystems, Stoffwechselstörungen und ernährungsbedingten Erkrankungen58 1072 „Zuckerkrankheit“. Der griechisch-lateinische Fachausdruck Dia- betes mellitus bedeutet „honigsüßer Durchfluss“ und spielt auf den hohen Zuckergehalt im Urin eines Diabetikers an. Je nachdem, wie es zum Insulinmangel kommt, unterschei- det man verschiedene Typen (▶ Abb. 58.2): ●● Typ-1-Diabetes: Beim Typ-1-Diabetes sind die β-Zellen des Pankreas (Bauchspeicheldrüse) nicht mehr in der Lage, In- sulin zu produzieren, da Autoantikörper diese Zellen als körperfremd erkennen und zerstören. Die Folge ist ein ab­ soluter Insulinmangel. Der Typ-1-Diabetes beginnt haupt- sächlich im Kinder- und Jugendalter, 5–10 % der Patienten mit Diabetes haben einen Typ-1-Diabetes. ●● Typ-2-Diabetes: Hier ist die Bauchspeicheldrüse zwar in der Lage, normal Insulin zu produzieren, jedoch zeigen die Insulinrezeptoren der Körperzellen eine zunehmende Resistenz gegen das Insulin, sodass dessen Wirkung aus- bleibt. Es besteht ein relativer Insulinmangel. Neben gene- tischen Faktoren sind Übergewicht, falsche Ernährung und Bewegungsmangel sehr starke Risikofaktoren. 90 % der Pa- tienten mit Diabetes haben einen Typ-2-Diabetes, meist sind diese Patienten über 40 Jahre alt. ●● andere Diabetesformen: Andere Diabetesursachen sind z. B. Medikamente (Kortison), Erkrankungen der Bauch- speicheldrüse, ein Morbus Cushing (S. 1111), eine vererb- te β-Zell-Fehlfunktion (MODY) oder die Schwangerschaft (Gestationsdiabetes). Klassische Insulinmangelsymptome sind Polyurie (häufiges Wasserlassen) und Polydipsie (gesteigertes Durstgefühl). An diesen Symptomen leidet vor allem der Typ-1-Diabetiker. Es können Symptome eines Flüssigkeitsmangels bestehen und die Patienten verlieren an Gewicht. Unspezifische Sympto- me sind Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen. Beim Diabetes Typ 2 hat sich der Körper langsam an die erhöhten Blutzuckerwerte gewöhnt. Er zeigt lange Zeit nur unspezifische Symptome wie Müdigkeit und allgemei- ne Leistungsminderung. Häufig tritt der Diabetes Typ 2 im Rahmen des sog. metabolischen Syndroms auf. Bei diesem besteht neben dem Diabetes eine arterielle Hypertonie, Adi- positas und eine Fettstoffwechselstörung. Bei Patienten mit Diabetes mellitus können verschiedene akute Komplikationen auftreten. Aber vor allem nach länge- rer Zeit kann ein chronisch erhöhter Blutzucker zu zahlrei- chen Folgeerkrankungen führen. Akute Komplikationen • Dies sind: ●● erhöhte Infektanfälligkeit: Patienten mit Diabetes mellitus haben ein geschwächtes Immunsystem und neigen daher zu Infekten. Am häufigsten sind die Haut und die Harnwe- ge betroffen. ●● plötzliche Überzuckerung (Hyperglykämie): Eine Überzu- ckerung kann zum diabetischen Koma führen und ist ein Notfall. ●● plötzliche Unterzuckerung (Hypoglykämie): Auch hier können die Patienten bewusstlos werden, eine Unterzu- ckerung ist potenziell lebensgefährlich. Folgeerkrankungen • Je länger und je ausgeprägter die Blut- zuckererhöhung besteht, umso eher treten Folgeerkran- kungen auf. Ein chronisch erhöhter Blutzucker schädigt vor allem die kleinen und großen Arterien (Mikro- und Makro- angiopathie) und die Nerven: Abb. 58.2 Diabetes mellitus. TYP 1 TYP 2Zucker aus Nahrung zu wenig Insulin aus Bauchspei- cheldrüse genug Insulin defekte Insulinrezeptoren • β-Zellen des Pankreas werden durch Auto-Antikörper zerstört (Autoimmun- erkrankung) absoluter Insulinmangel klassische Insulinmangelsymptome: Polyurie, Polydipsie, Flüssigkeitsman- gel, Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerz. 5–10 % der Diabetesfälle meistens erkranken Kinder und Jugendliche • Insulinproduktion ist normal • Insulinrezeptoren der Körperzellen werden zunehmend resistent relativer Insulinmangel unspezifische Symptome, Müdigkeit und Leistungsminderung 90 % der Diabetesfälle • Bewegungsmangel • genetische Faktoren • falsche Ernährung • Übergewicht • Betroffene meist älter als 40 Jahre Die Ursachen und Symptome der beiden Diabetes-Typen im Vergleich.

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