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I care Pflege

Stoffwechselstörungen: Diabetes mellitus 1071 tastet Hals und Schilddrüse ab (Palpation) und erhebt einen neurologischen Status. 58.3.1  Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren Blutuntersuchungen • Um den Hormonstatus und Stoffwech- selparameter bestimmen zu können, werden verschiedene Blutuntersuchungen durchgeführt. Hier können je nach Er- krankung folgende Laborwerte erhoben werden: ●● Bei Schilddrüsenerkrankungen werden z. B. Trijodthyro- nin (T3), Thyroxin (T4), Thyreoidea-stimulierendes Hor- mon (TSH) und Thyreotropin-Releasing-Hormon (TRH) bestimmt. ●● Bei einem Verdacht auf Über- oder Unterfunktion der Ne­ benschilddrüsen werden Kalzium-, Phosphat- und Para- thormonspiegel bestimmt. ●● Besteht ein Verdacht auf Morbus Cushing, muss der Kor- tisolspiegel mehrmals täglich bestimmt werden. Dieser kann im Blut, im Urin oder im Speichel mit dem sog. Dexa- methason-Hemmtest nachgewiesen werden. ●● Bei einem Verdacht auf Diabetes mellitus sind die Be- stimmung des Blutzuckers (BZ) im Blut und im Urin, die Erstellung eines BZ-Tagesprofils oder ein oraler Glukose- Toleranztest (oGTT) wesentlich. Weitere Parameter (z. B. HBA1c, C-Peptid) sichern die Diagnose. ●● Besteht der Verdacht auf einen Diabetes insipidus, wird ein Durstversuch durchgeführt, bei dem die Osmolarität im Blutplasma und im Urin getestet wird. ●● Bei allen übrigen Stoffwechselstörungen werden verschie- dene Blutparameter bestimmt, z. B. Harnsäurekonzentra- tionen bei Gicht, Blutfettwerte bei Fettstoffwechselstö- rungen. Bildgebende Verfahren • Bei den bildgebenden Verfahren wird neben der Sonografie und dem Röntgen vor allem die Szintigrafie häufig angewendet. Auch die Computertomo- grafie (CT) und die Magnetresonanztomografie (MRT) wer- den bei Verdacht auf raumfordernde Prozesse eingesetzt. 58.3.2  Biopsien und Punktionen Ähnlich sieht es aus, wenn Biopsien entnommen werden müssen. Ist eine zytologische oder histologische Abklärung erforderlich, kann bei einer Schilddrüsenerkrankung evtl. eine Feinnadelaspirationsbiopsie notwendig werden. Bei unklaren Knochenerkrankungen muss ggf. eine Gewebe­ probe aus dem Beckenkamm entnommen werden (S. 526). Beide Untersuchungen werden unter streng aseptischen Be- dingungen in den jeweiligen Funktionsabteilungen bzw. im OP durchgeführt. Feinnadelaspirationsbiopsie der Schild­ drüse Die Feinnadelbiopsie ist ein einfaches und risikoarmes Verfahren, um Zellproben aus auffälligem Gewebe zu ent- nehmen. An der Schilddrüse wird sie eingesetzt, um ein Tu- morgeschehen, eine Entzündung oder einen kalten Knoten weiter abklären zu können. Unter Ultraschallkontrolle wird hierbei mit einer dünnen, feinen Hohlnadel das zu unter- suchende Gewebe punktiert und eine entsprechende Probe entnommen. Das Biopsat wird anschließend zytologisch und histologisch untersucht. Die Punktion wird vom Arzt durch- geführt. Die pflegerischen Aufgaben erstrecken sich dabei auf die Vorbereitung, Assistenz und Patientenbeobachtung während der Intervention sowie die Nachbereitung und anschließende Patientenbeobachtung. Grundsätzliches zur Assistenz lesen Sie im Kapitel Biopsien und Punktionen (S. 519). Die Punktion erfolgt im Liegen unter Ultraschallsicht. Der Hals und die Punktionsstelle werden gründlich desinfiziert. Anschließend punktiert der Arzt die Schilddrüse mit der dünnen Punktionsnadel und aspiriert die Gewebeprobe. Hierbei kann der Patient ein leichtes Druckgefühl verspüren. Der Patient sollte während der Punktion nicht schlucken, da sich dabei das Gewebe verschieben kann und eine Fehl- punktion möglich ist. Die Punktion selbst dauert nur einige Sekunden. Nach der Punktion wird die Punktionsstelle gereinigt und anschließend mit Kompressen und Pflaster ein Druckver- band angelegt. Die Feinnadelbiopsie ist im Gegensatz zur Stanzbiopsie i. d. R. schmerzfrei und verursacht kaum Komplikationen. Gelegentlich können aber Schmerzen, Schwellungen, Blu- tungen oder Infektionen im Punktionsbereich auftreten. Daher muss die Wunde entsprechend beobachtet und auf Entzündungszeichen inspiziert werden. Wissen to go Hormonsystem, Stoffwechsel und Ernährung – ­Diagnostik Neben der Anamnese und der körperlichen Untersu­ chung werden vor allem durch Laboruntersuchungen von Blut und Urin die Hormon- und Stoffwechselparame- ter bestimmt: ●● Schilddrüsenerkrankungen: T3, T4, TSH und TRH ●● Nebenschilddrüsen: Kalzium-, Phosphat- und Parathor- monspiegel ●● Verdacht auf Morbus Cushing: Kortisolspiegel, Dexame- thason-Hemmtest ●● Verdacht auf Diabetes mellitus: Blutzucker (BZ) im Blut und im Urin, BZ-Tagesprofil, oraler Glukose-Toleranztest (OGT), HBA1c, C-Peptid ●● Verdacht auf Diabetes insipidus: Durstversuch Bei den bildgebenden Verfahren werden häufig Sonogra- fie und Szintigrafie sowie Röntgen, CT und ggf. MRT ein- gesetzt. Zur histologischen bzw. zytologischen Abklärung werden Biopsien und Punktionen durchgeführt. So kann bei einer Schilddrüsenerkrankung eine Feinnadelaspirati­ onsbiopsie notwendig werden. Aufgaben der Pflege sind hierbei die Vorbereitung, Assistenz und Nachbereitung des Eingriffs sowie die Patientenbeobachtung während und nach der Intervention. Generell müssen Größe und Gewicht der Patienten regelmäßig kontrolliert werden. 58.4  Stoffwechselstörungen: Diabetes mellitus 58.4.1  Grundlagen Definition  Diabetes mellitus Der Diabetes mellitus ist eine chronisch verlaufende Erkran- kung, bei der der Glukosestoffwechsel gestört ist. Der Blut- zucker (= Glukose im Blut) ist zu hoch, weil ein absoluter oder relativer Insulinmangel besteht. Im Volksmund heißt er auch

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